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Praktikumsberichte Berufsfachoberschule
1. Bericht:
- Arbeiten zwischen siesta und fiesta -
"Mexiko - bunt, dreckig, sauber, lebhaft, wunderschön, und und .... Es fällt einem schwer, alle Attribute, die dieses Land ausmachen, in Worte zu kleiden. Mexiko - das ist die Vielfalt. Einerseits findet man dort alle Vegetationsformen, ob Wüste oder Dschungel, andererseits existiert eine derart facettenreiche Kultur, daß man gar nicht weiß, was man zuerst anschauen, anfassen, kennenlernen oder kosten möchte. Und hier sollten wir nur ein Praktikum machen und gar nichts vom Land kennenlernen? Das dem nicht so war, ist dem folgenden Bericht entnehmbar.
Die Idee, ein Praktikum in Mexiko zu machen, entstand im kalten Winter bei einer heißen Tasse Tee. Nur fehlten uns die richtige Vorstellung, wie und wo. Damit begann der Suchprozess, der sich überraschenderweise als sehr kurz erwies. Schnell fanden wir ein interessantes Angebot von Instituto Fénix. Fénix ist eine Sprachschule in drei vollkommen verschiedenen Orten in Mexiko, die seit einigen Jahren auch Praktikas vermitteln. Das Angebot ist überraschend breit gefächert und bietet viele interessante Möglichkeiten, die nicht auf das Studienfach begrenzt sein müssen. Wer Lust und Zeit hat und sich nicht abschrecken lässt, der kann dort nicht nur spanisch lernen. Für uns entscheidend war ein Praktikum, in dem wir möglichst viel kommunizieren wollten, um die spanische Sprache intensiv zu lernen. Da kam das Angebot des Praktikum in C.* gerade zur rechten Zeit.
Lehren in Mexiko
C.* ist eine staatliche Einrichtung und vergleichbar mit einer Berufsfachoberschule. Die Schüler erfahren dort in 6 Semestern eine sehr praxisorientierte Ausbildung. 260 solcher Schulen gibt es in ganz Mexiko. In dem Plantel (Anlage), in welchem wir arbeiteten, wird im Hotelwesen, in der Gastronomie, in der Informatik und im Rechnungswesen ausgebildet. Der Abschluss ist dem des Abitur vor einiger Zeit gleichgestellt worden, so daß die Schüler nach der Beendigung ihrer Ausbildungszeit, die Möglichkeit haben, an einer der Universitäten zu studieren. Wir gewannen den Eindruck, daß die Struktur und die Organisation für mexikanische Verhältnisse sehr professionell ist.
Natürlich fragten wir uns, was wir in einer Schule als angehende Kaufleute machen können. Das ergab sich erstaunlicherweise aber relativ schnell und so fanden wir Zeit, die Finanzverwaltung in ihrer Arbeit zu unterstützen und im Englischunterricht den Lehrern zu assistieren. Außerdem bereiteten wir eine Präsentation über verschiedene Aspekte Deutschlands vor, um uns und unser Land vorzustellen, von dem die meisten Mexikaner nur sehr vage Vorstellungen haben. Der Unterricht läuft verständlicherweise bei Klassenstärken bis zu 60 Schülern sehr unterschiedlich wie an deutschen Schulen ab. Wir hatten immer wieder den Eindruck, daß das Lernpensum in einer Stunden sehr gering war. Kein Wunder, wenn Schüler aus anderen Klassen den Unterricht am Fenster verfolgten und somit für Ablenkung für die sich vielleicht gerade quälenden Schülern in der Klasse sorgen. Das war für uns sehr interessant und wir haben eine Fülle an Eindrücken und Erfahrungen mit nach Hause genommen. Wir kommunizierten, wie erwartet, sehr viel und zwischen oder auch bei unserer Arbeit blieb immer Zeit für einen Plausch mit Lehrern und Schülern. Am Ende des Praktikum viel es uns schwer alle zu verabschieden, den schon sehr viele der 1000 (!) Schüler kannten uns. Natürlich konnten wir so unser Spanisch täglich verbessern und üben. Es war eine sehr schöne Zeit, die wie immer viel zu kurz war.
Leben in Mexiko
Selbstverständlich haben wir nicht den ganzen Tag gearbeitet, so daß genügend Zeit blieb, dieses Land und seine Leute kennenzulernen und zu verstehen. Das dazu viel mehr Zeit nötig ist merkten wir sehr schnell. Nichts desto trotz haben wir einen sehr guten Einblick in das mexikanische Leben bekommen.
Die Tradition hat ebenso wie die Kirche und der scheinbar übermächtige Nachbar USA einen großen Einfluss auf das tägliche Leben. Das Nebeneinander, Miteinander und Durcheinander der alten Kultur Mexikos, des spanischen Kolonialismus und der Einfluss des Wirtschaftsriesen Amerika ist überall spürbar. Die Bräuche der indígenas spiegeln sich im täglichen Leben wider. Die Spanier landeten, kämpften, siegten und bauten. Die typische Kolonialarchitektur kann man fast in jeder Stadt finden. Und sie hinterließen ihre Religion, den Katholizismus, welcher eine sehr bedeutende Rolle in der mexikanischen Gesellschaft spielt.
Allerdings ist der katholische Glauben mit Sitten und Ansichten der alten Kulturen durchsetzt. Besonders deutlich wird dies am wichtigsten Feiertag Mexikos: Los días de muertos (Mexikanisches Totenfest). Das Totenfest - bei uns Allerseelen - ist ein großes Volksfest mit Musik, Tanz und gutem Essen; nach altem Glauben kommen die Toten dann zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden. Die USA (Los Estados Unidos) sind der wichtigste Partner des Wirtschaftslandes Mexiko. Mehr als die Hälfte der mexikanischen Exporte wandern" über die nördliche Grenze. Viele amerikanische Unternehmen produzieren in Mexiko, um das niedrige Lohnniveau auszunutzen. Viele der Mexikaner, die wir kennenlernten, arbeiteten oder studierten in den Staaten bzw. haben Verwandte, die dort leben. Nicht umsonst gilt Los Angeles als zweitgrößte Stadt Mexikos. Auch ist der Einfluss der McDonalds- und Coca-Cola-Kultur" vor allen in den Städten spürbar. Gerade diese Mischung macht den Reiz dieses Landes aus und aber auch schwer, alle Strömungen zu erkennen und zu verstehen.
Wir kommen wieder!
Alle Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse dieser Zeit zu verarbeiten hat und wird uns noch einige Zeit kosten. Als Tourist betrachtet man das Leben oft nur von außen durch eine Scheibe - wie bei einem Aquarium. Wir aber wurden zu Fischen und schwammen mittendrin. Nicht zuletzt unsere Gastfamilien sorgten dafür, das wir uns sofort heimisch fühlten. Wir waren sofort hija (Tochter) und hijo (Sohn) und gehörten somit zur Familie. So konnten wir den mexikanischen Alltag von Grund auf kennen und schätzen lernen. Wir erfuhren, daß für uns selbstverständliche Dinge auch anders sein können. So verlassen die Kinder das Haus ihrer Eltern erst an ihrem Hochzeitstag. Die tägliche Konfrontation mit dem mexikanischen Leben ging natürlich nicht spurlos an uns vorüber. Nun sehen wir auch hier viele Sachen anders. Uns begeisterte vor allem die Gastfreundlichkeit, Offenheit, Hilfsbereitschaft, Unkompliziertheit und die Freude am Leben. Und das obwohl die Menschen oft noch nicht einmal das Nötigste zum Leben haben. Durch die mexikanische Brille ist es schwer nachvollziehbar, daß viele Deutsche fast einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie einen Kratzer im Lack ihres heißgeliebten Autos finden. Oft genug entstehen Probleme, wo gar keine sind.
Für uns steht jedenfalls fest - wir kommen wieder!
2. Bericht: Der nachfolgende Bericht stammt von Tanja S. und Steffen L., die beide in Berlin BWL studieren (oder studierten) und in der Zeit vom 15.9.-24.10.1997 ihr Praktikum bei der Berufsfachoberschule durchgeführt haben.
"Im Zeitraum vom 15.09.1997 bis 24.10.1997 waren wir bei der staatlichen Einrichtung C.* beschäftigt. C.* ist eine Berufsfachoberschule, wobei der Abschluss mittlerweile als gleichwertig mit dem Abitur angesehen wird und somit zum Studium berechtigt. Nachfolgend werden wir zuerst den inhaltlichen Teil beschreiben, d.h. was wir im einzelnen in diesen 6 Wochen alles gemacht haben. Danach schließt sich noch eine sehr persönliche Einschätzung mit den Dingen, die uns wichtig erscheinen, für uns wichtig waren und vielleicht für weitere Praktikanten wichtig sein könnten.
Am Beginn unserer Zeit bei C.* war es für uns sehr fragwürdig, was wir denn 6 Wochen dort machen könnten. Der erste Tag war noch recht gut, da wir von einem Angestellten durch das ganze Plantel geführt wurden und somit einen sehr guten ersten Überblick bekamen. Dort kamen wir auch ins Gespräch mit dem Bereichsleiter des Gebietes Hotelwesen und Gastronomie, da wir dem Direktor erzählt hatten, daß uns dieses Gebiet vielleicht sehr interessant erscheinen könnte. Doch wir sahen für uns in diesem Gebiet kein Betätigungsfeld, denn in der Küche stehen und mexikanische Gerichte zubereiten oder verschiedene Cocktails kreieren mag interessant sein, aber wir hatten uns das doch anders vorgestellt. Wir vereinbarten mit dem Direktor un horario, d.h. zu welchen Zeiten wir da sein sollten. Das umfasste 6 Stunden am Tag, von 9:00 Uhr am Morgen bis 15:00 am Nachmittag. Der Direktor betonte immer wieder, das es von uns abhinge, ob wir diese Zeit nutzen, denn eine Kontrolle gab es nicht. Aber schließlich waren wir motiviert etwas zu tun und zu lernen, vor allem natürlich Spanisch. Deswegen überlegten wir, was wir machen könnten und kamen zu dem Schluss, daß wir einige Informationen über Deutschland niederschreiben könnten. Das erschien uns interessant, weil wir dachten, daß die meisten Leute in Mexiko wenig mit Deutschland anfangen können (was auch eine Tatsache ist). Desweiteren dachten wir, daß die Lehrer und Schüler mehr über uns lernen und eine gute Grundlage für ein besseres Kennenlernen gelegt werden könnte. Außerdem interessierte uns, wie bei C.* in der Finanzverwaltung gearbeitet wird. Das war natürlich auch unserem Studium entsprechendes Interesse. Außerdem tat sich die Möglichkeit auf, in den Englischklassen zu assistieren. Mit diesen Vorschlägen gingen wir dann zum Direktor, der begeistert schien und alle Hebel in Bewegung setzte, um uns unsere Vorschläge zu ermöglichen.
Die Arbeit bei C.* untergliederte sich in 3 Aufgabenbereiche, mit denen wir die ganze Zeit beschäftigt waren:
- die Mitarbeit und Unterstützung im Gebiet der Finanzverwaltung des Plantels
- die Unterstützung im Englischunterricht, d.h. Assistenz des Lehrers
- ein Projekt: Einen Bericht über Deutschland, der im Anschluss präsentiert werden sollte
1. Die Mitarbeit in der Finanzverwaltung
Wir wussten eigentlich nicht so richtig, was uns in diesem Gebiet erwartete. Aber wir stellten es uns interessant vor, wie in Mexiko und speziell bei C.* die Finanzen geregelt werden. So arbeiteten wir ungefähr zwei Stunden dort, mal weniger mal mehr, je nachdem, was wir gerade zu tun hatten.
Die wesentlichen Aufgaben, die wir dort erfüllten, waren:
- die Unterstützung im Rechnungswes
- die Systematisierung der Rechnungen in Tabelle
- die Zusammenfassung der Ausgaben der Cafeteria in C*. für 1997 (in Tabellen von Excel)
- die Inventur der Ausstattung von
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Die Stichpunkte sind natürlich erst einmal nicht so aussagekräftig. Wir werden das einmal näher erläutern.
Zuerst wurde uns von der Chefin die Funktionsweise erklärt, wie bei C.* die Ausgaben zustande kommen und wie sie be- und verrechnet werden. In ganz Mexiko existieren 260 Plantels, und es gibt für alle eine zentrale Koordinationsstelle. Von dort bekommt jedes Plantel ein gewisses Budget zugeteilt, mit dem jedes Plantel selbständig Ausgaben tätigen kann. In so einer Schule fallen ziemlich viele Ausgaben an - von Lebensmitteln für die praktischen Übungen im Bereich der Gastronomie, über Papier fürs Kopieren bis hin zu den Gehältern der Lehrer. Die Ausgaben werden bereichsweise zusammengefasst, von denen dann Policen erstellt werden, wobei jeder Bereich eine Art Codenummer aufweist. Die Policen werden nach Monaten sortiert archiviert.
Außerdem existiert eine Onlineverbindung zur Bank BITAL, wo sich das Kassenkonto des Plantels befindet. Dort gab es hin und wieder einige Probleme mit der Modemverbindung. Am Anfang bestand unsere Aufgabe darin, eine Vielzahl von Rechnungen, immer monatsweise, in einer Tabelle zu systematisieren und den Preis, die Nummer der Faktura, das Datum, das Unternehmen/Geschäft und den Gegenstand der Rechnung zu notieren (handschriftlich). An dieser Sache arbeiteten wir so ungefähr eine Woche, bevor wir die Idee hatten, daß wir doch solche Tätigkeiten auch mit Hilfe des Computers erledigen könnten.
Somit standen wir vor der Herausforderung, mit Hilfe von EXCEL einige Übersichten zu erstellen. Wir erstellten Tabellen, in denen die Ausgabe des Plantels für die Cafeteria je Monat erfasst wurden. Somit konnte alles recht anschaulich dargestellt werden und für jeden Monat eine Gesamtsumme der Ausgaben abgelesen werden. Diese Arbeit erforderte so 10 Tage oder 2 Wochen, denn wir deckten die Ausgaben für alle bis dahin vergangenen Monate 1997 ab. Das gefiel den Frauen aus der Finanzverwaltung recht gut. Nur mit dem Ausdrucken hatten wir so einige Probleme, was aber an den tollen Druckern lag (Nadeldrucker! 8 Seiten pro Stunde).
Dann halfen wir noch bei der Inventur mit. Das war recht spaßig, und wir lernten einige Bereiche vor allem ihre Ausstattung sehr genau kennen. Für jeden Bereich existiert eine Liste mit dem vorhandenen Inventar. Es wird dann geprüft, ob die Sachen tatsächlich in dem Bereich sind. Wenn ja, erhält das gute Stück, ob Computer, Aktenschrank oder Kaffeemaschine einen tollen Aufkleber mit Name, Registraturnummer und Beschreibung (Farbe, Anzahl). Diese Sachen konnten dann auf der Liste abgehakt werden. Wenn eine Sache nicht dort war, wo sie hingehörte, dann musste sie umgeschrieben werden.
Alles in allem verbrachten wir so circa 4 Wochen einige Stunden pro Tag in der Finanzverwaltung.
2. Unterstützung im Englischunterricht
Dieses Aufgabengebiet kam für uns sehr überraschend zustande, denn ein Lehrer, der den ersten Kontakt zu Fénix hergestellt hatte, sprach uns an und nahm uns gleich mit in seinen Unterricht.
Im wesentlichen machten wir folgendes:
- Korrektur der Hausaufgaben der Schüle
- Übungen in der Aussprache in Englisch
- Dialoge in der praktischen Anwendung mit den Schülern
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Wir halfen nicht jeden Tag im Unterricht, denn das hätte zuviel Zeit in Anspruch genommen. Aber so im Schnitt zweimal in der Woche für eine oder zwei Unterrichtsstunden (90 Minuten eine Stunde). Manchmal saßen wir einfach nur da und konsultierten den Unterricht. An anderen Tagen spielten wir Dialoge vor oder halfen bei Ausspracheübungen. Desweiteren halfen wir Marco Antonio Torres, dem Englischlehrer, bei der Korrektur der Hausaufgaben. Das Niveau im ersten Semester ist sehr niedrig und die Unterschiede innerhalb einer Klasse sind oft sehr groß, d.h. einige sprechen und verstehen relativ gut englisch; bei den anderen denkt man, daß sie gerade erst angefangen haben zu lernen und nicht schon ein paar Jahre Unterricht in der primaria hatten.
Die Klassenstärken betragen oft über 50 Schüler, was einen geordneten Unterricht schwierig macht. Außerdem ist die Disziplin oft schlecht. Marco hatte aber seine Klassen gut im Griff, da er eine gute Autorität besaß und z.B. für jede(n), der später als 15 Minuten zum Unterricht kam, 2 pesos "Einnahm". Das Geld wurde dann für die notwendigen Kopien verwendet. Wir hatten oft das Gefühl, daß innerhalb einer Unterrichtsstunde sehr wenig geschafft wurde. Das hing sicherlich einerseits mit den Klassenstärken zusammen, andererseits mit der Arbeitsweise der Lehrer. Mit unserem Englisch kamen wir dabei ausreichend klar, obwohl es sehr kompliziert war, vom Spanischen zum Englischen zu wechseln. Aber insgesamt war das ein sehr erholsamer Teil mit viel Spaß, und vor allem lernten wir so einige Klassen und damit die einzelnen Schüler kennen.
3. Ein Projekt: Ein Bericht über Deutschland, der im Anschluss präsentiert werden sollte
Das war nun genau die Aufgabe, die uns vor allem am Schluss die meiste Zeit beschäftigte, aber auch eine sehr lehrreiche und interessante war. Zu Beginn gliederten wir erst einmal grob, was denn interessant sein könnte. Mit dieser Gliederung gingen wir zum Direktor, der sehr angetan war von dem, was wir da vorhatten. So gingen wir dann an die Arbeit und schrieben zu jedem Teilaspekt meist aus dem Gedächtnis heraus einige Punkte mit dem Computer. Aus diesem Grunde verbrachten wir viel Zeit im Informatiklaboratorium, wo uns immer einen Computer zu unserer Verfügung gestellt wurde.
Die Aspekte, die wir beschrieben, waren:
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- Geographische und demographische Daten
- Die Geschichte der letzten 50 Jahre
- Das politische System Deutschlands
- Kulturelle Aspekte wie Religion, Essen, Trinken, Festlichkeiten, Familie
- Das Bildungssystem in Deutschland
- Wirtschaftliche Aspekte wie die Situation der europäischen Währungsunion, unsere Wirtschaft und allgemein Aussagen zur Wirtschaft
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Diese Ausarbeitung nahm selbstverständlich einige Zeit in Anspruch, da wir erst einmal das ganze durchdenken und dann noch einigermaßen vernünftig ins Spanische übersetzen mussten. Das meiste versuchten wir aus unserem Gedächtnis zusammenzubekommen, andere Sachen konnten wir dem Lexikon entnehmen. Insgesamt verfassten wir somit 13 Seiten mit vielen Informationen über Deutschland. Der Direktor fragte uns dann, ob wir das nicht präsentieren könnten. Das hatten wir zu Beginn zwar nicht ins Auge gefasst, aber wir sagten uns, warum nicht. Natürlich hatten wir ein bisschen Angst, einen Vortrag in einer fremden Sprache zu halten.
Für den Vortrag bereiteten wir uns entsprechend sorgfältig vor: wir gestalteten Folien, um das Ganze anschaulich zu machen und vereinbarten, daß wir drei Tage lang zwei Präsentationen halten werden: eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Die Präsentation wurde bis auf eine Ausnahme ein voller Erfolg. Vor allem die Klassen aus dem Bereich der Gastronomie und Hotel waren sehr interessiert und stellten viele, viele Fragen, so daß sich ein reger Austausch entwickelte, der bis zu zwei Stunden dauerte. Auch war die Atmosphäre sehr angenehm und entspannend, so daß uns die Angst und Ungewissheit schnell genommen war. Im Endeffekt war es recht gelungen, und auch die Beantwortung der Fragen ging ohne größere Probleme über die Bühne, denn mittlerweile war unser Spanisch recht gut. Von den geplanten 6 Präsentationen hielten wir nur 4, da nicht genug Klassen die Zeit fanden. Wir hinterlegten außerdem zwei Kopien unserer Arbeit bei C.*. Das war eine sehr interessante Arbeit, die aber natürlich nicht beliebig oft wiederholbar sein wird.
Im Anschluss folgt unsere ganz persönliche Einschätzung mit noch einigen Beschreibungen, was Klima und Leute in C.* betrifft, sowie ergänzende Sachen, die bei den drei vorangegangen Abschnitten nicht genannt wurden.
Unsere persönliche Meinung:
Es ist relativ schwierig, unsere Meinung in die richtigen Worte zu fassen, denn wir sind schon sehr angetan gewesen.
Am Anfang hatten wir einen kleinen Durchhänger, zu dem Zeitpunkt als wir nicht wussten, was wir denn im Plantel machen könnten. Aber ich denke, daß auch das mit unserer Einstellung zu tun hatte, denn wir Deutschen wollen immer irgend etwas "Produktives" machen. Diese Einstellung oder Erwartung legten wir nach einigen Gesprächen etwas ab, obwohl wir gewillt waren und es im Endeffekt auch praktizierten, zu arbeiten, wie wir es verstehen. Diese "Dreiteilung" unserer Arbeit war sehr gut und so lernten wir unterschiedliche Seiten eines Praktikums kennen. Denn das waren Sachen, die nicht in erster Linie mit unserem Studium zu tun hatten. Aber gerade dieser Aspekt war ein großes Plus, denn man kommt sonst viel zu selten dazu, andere Dinge zu tun, die nicht so in der "Karrierelinie" stehen. Das war ein sehr großer Gewinn für uns.
Wir lernten in den 6 Wochen alle Bereiche von C.* kennen, einige näher. Der Direktor ließ uns die Freiheit zu entscheiden, in welchem Gebiet wir arbeiten wollen. Er hinterließ einen sehr professionellen Eindruck bei uns und fragte uns regelmäßig, ob wir irgend etwas benötigten und ob alles o.K. sei. Wir konnten alle Einrichtungen und die Ausstattung im Plantel kostenlos und oft mit Vorrang benutzen, was schon sehr schön war. So bekamen wir immer einen Computer zur Verfügung gestellt, wenn wir ihn benötigten. Desweiteren konnten wir in der Cafeteria kostenlos essen und trinken und das Schwimmbecken oder den Fitnessraum nutzen. Auch bekamen wir jede Unterstützung von den Verantwortlichen. So war unsere Präsentation gut organisiert, wir bekamen das Material, das wir dafür benötigten - schnell und unkompliziert. Das war insgesamt sehr überraschend für uns. Natürlich gab es einige Probleme, vor allem mit der technischen Leistung der Drucker. Einer dieser tollen Exemplare schaffte sogar 8 Seiten pro Stunde. Aber das waren Kleinigkeiten, die unseren Gesamteindruck in keiner Weise beeinflusste. Wir haben uns vielmehr eingefügt und diese Probleme von der lockeren Seite genommen.
Uns hat unsere Arbeit und der Aufenthalt bei C.* sehr gut gefallen. Die Leute waren und sind sehr freundlich und offen. Immer ist ein Schwätzchen drin und Zeit für ein Gespräch. Fast alle Lehrer und Schüler waren sehr interessiert an uns und unserer Arbeit. Zum Schluss kannten uns wohl schon einige hundert der insgesamt tausend Schüler. Das Interesse zeigte sich besonders auch bei der Präsentation, wo uns die Schüler mit Fragen über alle möglichen Sachen förmlich löcherten. Aber das machte riesigen Spaß, denn es war eine herzliche und lockere Atmosphäre. Somit sprachen wir enorm viel mit vielen. Wir denken, daß uns diese häufigen Kontakte sehr viel gebracht haben. Deswegen ist diese "andere" Tätigkeit sehr gut, um Spanisch zu praktizieren. Für angehende Lehrer oder Leute, die irgendwie mit der Pädagogik zu tun haben, kann dies sicherlich ein Glücksgriff sein. Das hängt natürlich auch von jedem selbst am meisten ab. Aber die Strukturen sind sehr gut, gerade für mexikanische Verhältnisse ziemlich professionell. Wir können diese Stelle mit Nachdruck weiterempfehlen. Sicherlich hatten wir es einfacher (oder auch nicht?), weil wir die ersten waren. Wir denken, daß C.* für Fénix eine feste Größe sein kann und wird.
Insgesamt machten wir sehr viele neue Erfahrungen und hatten viele neue Eindrücke. Wir hatten auch private Kontakte mit einigen Lehrern und Schülern und wurden des öfteren zu irgendwelchen Anlässen eingeladen. Interessant war für uns auch die Art und Weise, wie in Mexiko gelehrt wird. Der Stil ist ein ganz anderer als der, den wir in Deutschland gewohnt sind. Alles das trug dazu bei, daß es für uns eine unvergessene und erlebnisreiche Zeit war, die leider, wie immer, viel zu kurz war.
Dazu kam aber auch die sehr gute Organisation und Betreuung von Seiten des Instituto Fénix während des Praktikums. Aber diese Einschätzung und Erläuterung würde auch noch mal einige Seiten umfassen."
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