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Praktikumsberichte Frauenzentrum
Praktikumsbericht von Corinna S., Zeitraum: 5.7. - 6.8.04
Im Zeitraum vom 5.7. - 6.8.04 habe ich bei C. ( Kommunikation, Austausch, menschliche Entwicklung in Lateinamerika) gearbeitet. Die belgische Journalistin Betsi Hollants gründete die zivile Vereinigung im Jahre 1969. Während dieser 35 Jahre hat C. versucht, bei der Entwicklung einer Gesellschaft, in Harmonie mit der Natur mitzuwirken, in der Frauen und Männer und alle sozialen Klassen gleichwertig sind; erarbeitet durch ihre Projekte, Gebiete und Serviceleistungen, durchlässig für die Sichtweise des Geschlechts und die Menschenrechte. Ihre Vision ist die menschliche Entwicklung mit Gleichheit für ein erfülltes Leben.
In den unterschiedlichen Bereichen arbeiten 13 Festangestellte und viele Ehrenamtliche. Die Bereiche von C. sind:
- Öffentliche Politik für die Geschlechtergleichheit
- Information und Verknüpfung bei der Informationssuche
- Institutionelle Kommunikation und Bildhaftigkeit
- Gesundheitliche Aufmerksamkeit In jedem Gebiet existieren verschiedene Projekte
Die Serviceleistungen von C. sind: vollständiger Gesundheitsservice, psychologische Aufmerksamkeit, legales Beratungsbüro, Dokumentation, Kommunikation, Praxis. Die Dienstleistungen der Praxis beinhalten, die Rechte der Sexualität und Fortpflanzung. Nadxieellii Carranco Lechuga, Nad, mit der ich hauptsächlich gearbeitet habe, ist die Koordinatorin von Ddeser (Netz der Sexualrechte und Fortpflanzungsrechte in Mexiko) in C. Ddeser ist ein Netz von leitenden und aktiven Frauen in 12 Staaten Mexikos. Die Absicht von Ddeser ist, dass Jugendliche und Frauen die Rechte kennenlernen, die in den mexikanischen Gesetzen für die Töchter und Söhne verankert sind; die Rechte auf Information, Bildung und Gesundheit, das Recht ohne Gewalt zu leben, ohne Diskriminierung und ohne Zwang jeglicher Art. Ddeser ruft eine städtische Beteiligung hervor, die für den Respekt der Frauenrechte kämpft, um freie Entscheidungen zu treffen und Informationen über Leben und Körper zu geben, weiter verteidigen sie die Rechte um die Erfüllung dieser Rechte herbeizuführen.
Neben all dem, setzt sich Ddeser für die Legalisierung der Abtreibung ein. Nad arbeitet hauptsächlich mit Jugendlichen, aber auch mit Erwachsenen. Sie organisiert Workshops und geht in die Schulen, um die Jugendlichen über ihre Sexualrechte und Rechte der Fortpflanzung aufzuklären. Für die Erwachsenen gibt sie Workshops über Abtreibung um weitere Förderer zu finden. Nad ist eine sehr freundliche Person und als ich in C. angekommen bin, dachte ich, dass mein Praktikum sehr interessant werden würde und mir sehr gefallen würde. Aber schon nach einigen Tagen, ist mir klar geworden, dass es nicht so einfach werden würde, wie ich gedacht hatte. Montags, dienstags und mittwochs morgens war Nad nicht im Büro. An diesen Tagen habe ich mich sehr gelangweilt, weil ich nichts zu tun hatte. Manchmal konnte ich dann den anderen Angestellten helfen, aber das waren meistens Bürotätigkeiten wie kopieren, faxen, scannen und Botengaenge ins Zentrum von Cuernavaca. Wenn Nad da war, hat sie mir schriftliche Informationen über Abtreibung in Mexiko, die Menschenrechte, Ddeser und die Vorgehensweise von Ddeser gegeben. Für einige Zeit, war ich zufrienden mich durchs Lesen theoretisch weiterzubilden, aber ich wollte mehr. Ich wollte mit den Leuten reden und die Realität kennenlernen. Das Problem dabei war allerdings, dass zum Zeitpunkt des Praktikums in Mexiko Ferien in den Schulen waren. Die Workshops für die Erwachsenen fanden meistens am Wochenende statt, wo ich privat Reisen geplant hatte. Mit der Zeit hat sich die Situation allerdings gebessert. Ich habe mit Nad gesprochen und ihr detailliert erklärt, was ich mir vorstellte. Nach diesem Gespräch wurde meine Zeit in C. interessanter. Ich habe Nad zu einem Radiointerview begleitet und wurde zu meiner Überraschung sogar selbst über das Sexualverhalten von Jugendlichen in Deutschland und deren Verhütungsmethoden interviewt. Es hat mir Spass gemacht, meine Meinung kund zu geben, obwohl ich wegen meines Spanisch etwas nervös war. Nad hat auch ein Radiointerview in Cuautla gegeben, das von der Art ganz anders war als das erste und wodurch der Vergleich davon wie das Radio arbeitet, sehr interessant wurde. Nachdem ich schon einen Workshop vorbereitet hatte, hab ich dann auch schliesslich an einem in Tetecala über die Menschenrechte und Frauenrechte teilgenommen. Es hat mir sehr gefallen, die unterschiedlichen Meinungen kennenzulernen, speziell die der Mexikaner und Ausländer. Es haben ebenfalls zwei Französinnen teilgenommen.
Zum Schluss möchte ich sagen, dass mir die Arbeit von C. und Ddeser sehr interessant und wichtig erscheint. Ich habe sehr viel über die mexikanische Kultur bezüglich Sexualitaet, Gewalt und Abtreibung gelernt, allerdings glaube ich, dass ich mehr gelernt hätte, wenn C. vorbereiteter auf eine Praktikantin gewesen wäre. Ich habe zu viel Zeit mit Nichtstun verschenkt.
Praktikumsbericht von M. Nagel, Zeitraum 8.1. - 27.4.01
Ich arbeitete vom 08.01. bis 27.04.2001 als unbezahlte Praktikantin bei C.in Cuernavaca, Morelos, Mexico. C. versteht sich als unabhängige Frauenrechtsorganisation, die in den Kategorien Publizität ( z.B. Verbesserung der Gesetzeslage durch Gespräche mit Abgeordneten), Umweltfortbildung (Betreuung der Frauen, die unter schlechten arbeitsrechtlichen Bedingungen in Massenfabriken arbeiten), medizinische Krebsvorbeugung (insbes. Brustkrebs und Eierstockkrebs) und Jugendprojekte (insbesondere sexuelle Aufklärung und familiäre Gewaltvermeidung durch kleine Theaterspiele und Besuche in Schulen) durch Aussenprojekte in den ärmeren Regionen von Morelos tätig wird und desweiteren eine Abteilung für Kommunikation (u.a. zur Kontaktknüpfung und Austausch mit anderen Organisationen sowie Finanzierungsarbeit), ein Dokumentationszentrum und zwei kleine Arztpraxen für Homöopathie und Akupunktur besitzt. Ausserdem finden dort regelmässig Workshops und interne Besprechungen, an denen die Repräsentanten der jeweiligen Abteilungen teilnehmen, statt.
Da es bei dieser Organisation die Regel ist, dass Praktikanten, die unter sechs Monate dort sind, nicht an Aussenprojekten beteiligt sind, verbrachte ich meine Zeit innerhalb der Anlage in der Abteilung des Dokumentationscenters.
Meine Aufgabe war es, neues Buch- und Videomaterial gemäss einer Liste von Stichworten einzuordnen und zu klassifizieren, ausserdem eine kurze Zusammenfassung dazu zu schreiben. Diese Informationen wurden von den Mitarbeitern der Abteilung ins Computerarchiv übertragen. Dies dient dazu, möglicht schnell und effektiv das Material den Besuchern zugänglich zu machen, das für sie am nützlichsten ist.
Ich habe dabei sowohl an Büchern auf Spanisch als auch an Büchern auf Englisch gearbeitet, welche dann ebenfalls auf Spanisch zusammengefasst werden mussten.
Meine Arbeitszeit erstreckte sich auf vier Stunden pro Tag, wobei es nicht darauf ankam, ob ich von 10 bis 2 Uhr oder von 12 bis 4 Uhr erschien. Zwischen zwei und drei Uhr wurde gemeinsam ca. eine Stunde Mittagspause gemacht, wobei sich jede Mitarbeiterin selbst etwas mitbrachte, und sich mit dem Kauf der Tortillas und der Coca Cola abgewechselt wurde.
Gekocht bzw. aufgewärmt und gegessen wurde in der komplett ausgestatteten Küche. Ich nahm später regelmässig an diesem Essen teil, denn es erwies sich als gute Möglichkeit, besser in die Organisation eingegliedert zu werden und war auch als sprachliche Erfahrung äusserst wertvoll.
Ein Mal bot sich die Gelegenheit, mir ein Aussenprojekt der Kategorie Jugendarbeit anzusehen und wir fuhren in den Distrikt Axochiapan, wo ein Aufklärungsgespräch in einer Schule stattfand in einer Klasse mit ca 12jährigen Schülern.
Am letzten Tag nahm ich an einer internen Projektbesprechung teil, wo auch auf die Meinung der teilnehmenden Praktikantinnen Wert gelegt wurde. Dabei erlangte ich noch einen vertieften Einblick in die interne Organisationsstruktur der Organisation.
Insgesamt empfand ich meine Zeit bei C. als sehr wertvoll, sowohl in bezug auf meine beruflichen Pläne als auch in persönlicher Hinsicht. Durch das breite Themenspektrum der zu bearbeitenden Bücher und Videos lernte ich sprachlich, politisch und kulturell viel hinzu und es stellte sich als meiner Meinung nach sinnvoll heraus, sich die neuen Praktikantinnen erst mal einarbeiten zu lassen und dann in Aussenprojekte einzugliedern, wenn sie dort auch einige Zeit effektiv mitarbeiten können, vor allem deshalb, weil die Arbeit viel vom guten Willen, Vertrauen und der Mitarbeit der angesprochenen (politischen bzw organisatorischen und ländlichen) Gruppen abhängt und somit sehr sensibel behandelt werden muss.
Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch, dass die Finanzierung der Projekte schwierig zu erlangen/aufrechtzuerhalten ist, und vom vorzuweisenden Erfolg der Mitarbeiter abhängig gemacht wird. Positiv aufgefallen ist mir der starke persönliche Einsatz der Frauen, die an den Projekten arbeiten, obwohl die Bezahlung zu Zeiten auch mal ganz stillstehen kann.
Zu kurz kam auch nicht der soziale Austausch beim Zusammensitzen und Kuchen essen bei Geburtstagen/Praktikantinnenverabschiedungen.
Insgesamt wurde die Arbeit der Praktikantinnen sehr gewürdigt und dies wurde uns auch mitgeteilt.
Ich verbleibe somit mit den besten Erinnerungen an dieses Praktikum und hätte mir höchstens gewünscht, doch ein paar Monate länger geblieben zu sein.
M. Nagel
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