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Praktikumsberichte Hotel
1: Bericht: Dieser Bericht wurde von Claudia S. geschrieben, die in der Zeit vom 18.10. bis 03.12. 1999 Ihr Praktikum in einem 5-Sterne Hotel machte:
" Am 10. Oktober flog ich nach Mexico, um dort für sieben Wochen ein Praktikum zu absolvieren. Nach der Einführungswoche vom 11.10.-15.10.99 begann mein Praktikum am 18.10.99.
(...)
Während der Einführungswoche fuhr ich mit Mabe und Leticia (...) zur H.*, um mit dem Personalchef Arbeitszeiten und -kleidung abzusprechen. Bei der Gelegenheit wurde mir auch kurz das Hotel gezeigt.
Das H.* verfügt über ca. 60 Zimmer, einen wunderschönen großen Garten mit Frauenskulpturen, einen großen Swimming-pool, ein Restaurant, eine Bar, Konferenzmöglichkeiten und den Spa - Bereich. Der Spa - Bereich besteht aus einem Swimmingpool, einem Fitnessbereich, Massagemöglichkeiten und verschiedenen Anwendungen, wie z.B. Fangobehandlungen.
In der H.*arbeiten auch andere mexikanische Praktikanten. Die Arbeitskleidung für Praktikanten besteht aus einer blauen / schwarzen Hose und einer weißen Bluse. Im Spa- Bereich wird eine weiße Shorts bzw. lange weiße Hose, ein weißes T-Shirt und weiße Turnschuhe getragen.
Dem Besitzer der H.*gehören noch drei andere Objekte in Cuernavaca, wie zum Beispiel ein Restaurant und noch zwei weitere Hotels.
Die H.* ist ein Privathotel. In der Woche sind meistens mexikanische Geschäftsreisende und Veranstaltungen im Hotel, aber auch viele amerikanische Touristen. An den Wochenenden sind dann auch mehrere mexikanische Urlauber anzutreffen, die ihr Wochenende in Cuernavaca verbringen.
Während meines Praktikums hatte ich die Möglichkeit in verschiedenen Abteilungen zu arbeiten, was sehr abwechslungsreich war.
Ich einigte mich mit den entsprechenden Abteilungsleitern darauf nur in der Woche von Montag bis Freitag ( von 9.00h - 15.00h ) zu arbeiten, um am Wochenende die Möglichkeit zum Reisen zu haben, was ich für den Aufenthalt sehr wichtig finde.
Die erste Woche war ich an der Rezeption eingesetzt. Dies war der uninteressanteste Teil meines Praktikums, weil mir nur zwei oder dreimal die Möglichkeit gegeben wurde mit dem Computer zu arbeiten. Auf meine Frage, ob man mir mal das Hotel Computersystem erklären könne, wurde mir dies in 10 Minuten erklärt. Die meiste Zeit meiner Arbeitszeit stand ich nur rum und hatte nicht viel zu tun. Meine Arbeit bestand hauptsächlich darin, den anderen bei der Arbeit zuzusehen. Interessant war die Auswertung der Gästebefragungsbögen, die ich machen durfte, leider aber nur 1,5 h in Anspruch nahm. Außerdem durfte ich die Minibar aufbuchen und die Belege (von Telefon oder Restaurant) in die Gästekarteikarten einordnen. Einmal zeigte mir die Empfangschefin wie die Zimmerzuteilung funktioniert. Im Gegensatz zu Deutschland wird mehr per Hand erledigt. Ein weiterer Unterschied ist, dass man als Praktikant in Deutschland fest eingeplant wird und auch Verantwortung hat bzw. Verantwortungsgefühl entwickeln kann, weil man mehr in den Arbeitsablauf eingespannt wird. Dies war hier an der Rezeption leider nicht der Fall, was dazu führte, dass diese Abteilung ziemlich langweilig war.
Die folgende Woche war ich im Bereich "banquetes y grupos" eingesetzt. Den ersten Tag arbeitete ich mit der Verantwortlichen für die Annahme von Veranstaltungen zusammen. Dort wurde mir ausführlich erklärt was für verschiedene Menus angeboten werden und wie verschiedene Veranstaltungen aussehen können. Das war sehr interessant, denn dadurch erhielt ich einen Überblick über das Veranstaltungsangebot des Hotels. Die nächsten Tage half ich auch den anderen Verkaufsmitarbeitern. Unter anderem fertigte ich sogenannte "Kits" an. Das sind Informationsmappen über die verschiedenen Tagungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten für die Gäste. Außerdem half ich bei der Versendung von Informationsmaterial an verschiedene Botschaften in Mexiko D.F. Findet eine Veranstaltung statt, werden Informationsblätter ( Function Sheets) an alle betroffenen Abteilungen verteilt und von den Verantwortlichen Unterschriften bei Erhalt des Blattes eingeholt. Bei dieser Arbeit lernte ich verschiedene Abteilungsleiter und Abteilungen des Hotels kennen. Diese Abteilung hat mir sehr gut gefallen, denn es gab Arbeit und die Mitarbeiter waren sehr lustig, was dazu beitrug, dass die Arbeit automatisch sehr viel mehr Spaß machte. In diese Zeit fiel auch der 33.(?) Geburtstag der H.*. Es gab ein großes Buffet im Garten für alle Mitarbeiter und Musik. Die Mitarbeiter und auch die Praktikanten haben alle die Möglichkeit in der Kantine zu essen. Für das Essen muss nichts gezahlt werden.
Als nächstes folgte eine Woche im Restaurant. Dort fing ich meistens um 8.00h an, da dort dann mehr zu tun war. Ich half im Frühstücksservice ( Kaffe servieren, abräumen, eindecken) und bei den Vorbereitungen für das Mittagsgeschäft. Auch in dieser Abteilung gab's einiges zu tun und ich lernte neue Serviettenfalttechniken. Der Unterschied zum Service Bereich in Deutschland ist, dass es mehr Personal gibt, aber ansonsten sind auch wieder sehr viele Ähnlichkeiten vorhanden.
Danach folgten drei Wochen Controlling, die die interessanteste Zeit im Hotel für mich waren. Auf eigenen Wunsch war es möglich, dass ich dort drei Wochen verbrachte, weil ich auch in Deutschland im Controlling arbeiten werde. Ich arbeitete mit dem Auditor Ingresos zusammen. Jeden Tag werden die Gästerechnungen geprüft, nach Nummern geordnet und mit Hilfe verschiedener Reporte wird die sogenannte Poliza erstellt, die einen Überblick über die Einkünfte des letzten Tages darstellt und eine Art Bilanz ist. Die Poliza durfte ich nach den ersten Tagen selber erstellen. Außerdem war es möglich am Computer zu arbeiten und bei den verschiedenen Arbeiten zuzuschauen. Außerdem kam hinzu, dass auch das Controlling Team sehr nett ist und wir sehr viel Spaß hatten.
Vom 29.11.- 17.12.99 sollte ich eigentlich im Spa - Bereich arbeiten. Da aber dort eine sehr ruhige Zeit war und für die Mitarbeiter so gut wie nichts zu tun war, verkürzte ich mein Praktikum um zwei Wochen und nutzte die Zeit um noch einiges von Mexiko sehen zu können.
Praktikanten im Spa - Bereich werden eigentlich im Büro eingesetzt und sollen auch bei Rezeptionstätigkeiten helfen, wenn viel zu tun ist. Normalerweise besteht nicht die Möglichkeit bei Massagen oder anderen Behandlungen zuzuschauen. Da die Gäste mit dem Masseur alleine sind und die Behandlungen einen Ort der Ruhe und Entspannung darstellen. Da nicht sehr viel zu tun war, unterhielt ich mich viel mit den Kollegen, fertigte auch hier Kits an. An einem Tag wuschen wir sämtliches Zubehör für die Behandlungen. Einmal hatte ich die Gelegenheit eine Massage ausprobieren zu dürfen. Ein Kollege stellte sich einem Kollegen und mir zur Verfügung und der Kollege zeigte mir, wie man eine Massage macht. Danach durfte ich es auch selber versuchen. Die Zeit im Spa war sehr lustig wegen der Kollegen, aber vom fachlichen hat's leider gar nichts gebracht, weil nichts zu tun war.
Insgesamt kann ich sagen, dass das Praktikum sehr lustig war und ich zwar vom sprachlichen her viel gelernt habe, aber leider nicht vom fachlichen. Aber ich denke, dass es mal sehr interessant war einen Einblick in die mexikanische Arbeitswelt bekommen zu haben."
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