Fenix Language Institute in Cuernavaca - Mexiko. Spanisch Sprachschule und Praktikum.


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Praktikumsberichte Radio- und Fernsehanstalt

1. Bericht: Dieser Bericht stammt von Anne S.

"Mein Praktikum in Mexiko absolvierte ich im Sist. in Cuernavaca, einer regionalen Radio- und Fernsehstation, die für den Bundesstaat Morelos sendet. Ich hatte mich für dieses Praktikum entschieden, da ich in Deutschland bei einer öffentlich-rechtlichen Radiostation tätig bin und auch im Rahmen der Erweiterung meiner Spanischkenntnisse auf diese Arbeit nicht verzichten wollte. Zudem erschien es mir besonders interessant, die Arbeit von Journalisten auch in anderen Ländern einmal näher kennenzulernen.

Bereits während meiner Orientationswoche wurde ich den Mitarbeitern des Senders im Stadtteil Ocotepec vorgestellt. Mein mir anvertrauter Ansprechpartner Luis Fernando Garcia versicherte mir seine volle Unterstützung während des gesamten Praktikums und bat mich, mit allen erdenklichen Problemen rund um das Praktikum mich immer an ihn zu wenden und seine Hilfe zu fordern. Da ich dies wenige Male im Laufe des Praktikums in Anspruch nahm, kann ich bestätigen, daß Herr Garcia seiner Aufgabe sehr gerecht wurde.

Mit Beginn des Praktikums wurde ich in den Alltag des Senders integriert. Ich beobachtete zunächst den Sendeablauf und vervollständigte meine Spanischkenntnisse bei Unterhaltungen mit meinen Kollegen. Im Laufe des Praktikums schaute ich sowohl den Technikern des Radios über die Schulter als auch den Reportern des Fernsehens bei der Erstellung ihrer Sendungen. Zunächst gingen meine Aufgaben nicht über das Übersetzen von Texten oder die Erläuterung der richtigen Aussprache von fremdsprachlichen Begriffen hinaus. Ab der 4. Woche gelang es mir, mich etwas mehr in den Sendebetrieb einzubringen. Ich programmierte die laufende Werbung in den Computer des Senders, führte ein Interview mit einer Schweizer Musikgruppe für das Fernsehen durch und nahm an einer Livesendung im Radio teil. Leider waren die technischen Möglichkeiten des Senders nicht ausreichend, um selbständig tätig zu werden, was ich im Vorfeld des Praktikums zunächst geplant hatte. Wiederholte Anfragen zur Nutzung verschiedensten Equipments wurden mir vom Personal mit dem Hinweis auf die ständige Nutzung der

mexikanischen Journalisten negativ beschieden, allerdings wurde mir auch ein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht....

Mein Verhältnis zu den Kollegen kann ich als sehr anregend und freundschaftlich bezeichnen. Mit allen Kollegen konnte ich mich nicht nur über fachliche, sondern auch über persönliche Dinge auseinandersetzen, welches mir die Möglichkeit gab, auch auf diesem Wege Land und Leute näher kennenzulernen.

Abschließend kann ich sagen: Das Praktikum im Sist. entsprach zwar weniger meinen Vorstellungen - da im Vergleich zu Deutschland nur sehr schlechte technische Ausstattungen vorhanden sind, hat mir aber rundum gefallen, da ich interessante Menschen kennenlernte und auch einige Aufgaben erfüllen konnte, die nicht nur meine Spanischkenntnisse erweiterten, sondern mir auch tiefere Einblicke in die Arbeit eines mexikanischen Senders gaben."

2. Bericht: Dieser Bericht stammt von Dunja K.

"Mit meinem Praktikum war ich sehr zufrieden. Obwohl mir die Leute von der Schule erzählten, die Sprache wäre so wichtig bei diesem Praktikum und das wäre die Grundvoraussetzung dafür gewesen. Ich also schon gleich Panik - und später beim Sender hat sich kein Mensch um meine Sprache gekümmert - das war total egal. Ansonsten habe ich mir ausgesucht, was ich machen will. Und das war dann kurze Zeit in der Nachrichtenredaktion und den Rest in der Edicion. Also bin ich mit auf Drehs gefahren, was sehr interessant war, denn so habe ich viel von der Gegend gesehen. In der Postproduktion habe ich schneiden gelernt , ich habe Texte rausgehört und aufgeschrieben, Musik und Schrift den Filmen hinzugefügt. Das Praktikum war wahrscheinlich - wie alle anderen auch - sehr beschwerlich. Doch aus eigener Erfahrung weiss ich, dass ist in Deutschland genauso. Immer wieder muss man zu den Leuten hingehen und sagen: kann ich das vielleicht machen... Aber die Leute bei Sistema waren wirklich sehr nett, ich konnte das Praktikum so gestalten, wie ich das wollte - alles, was ich lernen wollte war möglich.

Was für mich das Beste war: auf der Arbeit musste ich Spanisch sprechen, da kaum jemand Englisch konnte. Und mein Spanisch hat sich darauf hin schnell verbessert, schon nach zwei Wochen habe ich fast alles verstanden und war viel sicherer im Spanischen. Da kam natürlich auch die Unterkunft in der Familie dazu - schon , deshalb hat sich die Reise nach Mexico gelohnt..."

3. Bericht: Dieser Bericht stammt von Claudia B.

"Vom 21. Juni bis zum 13. August 1999 absolvierte ich mein Auslandspraktikum beim mexikanischen Lokalradio- und Fernsehsender "Sist. in Cuernavaca, Mexico. Bei meiner Vorstellung im Sender nahmen mich alle sehr freundlich auf und zeigten mir die verschiedenen Bereiche der Radio- und Fernsehstation.

Die erste Woche war sehr interessant für mich, da alles neu und völlig anders als in einem deutschen Betrieb war. Am meisten beeindruckte mich das recht antiquierte Equipment und die daraus resultierende Kreativität der Mitarbeiter. Ich sollte in der Nachrichtenredaktion arbeiten, wobei meine genaue Aufgabe wohl niemandem ganz klar war. So durfte ich bei der Koordination der Kamera- und Studiobelegung mithelfen und kleinere Bürotätigkeiten erledigen. Des weiteren übersetzte ich die deutschen Nachrichten auf "Deutsche Welle TV" ins Spanische, um diese in die staatliche Nachrichten Sendung auf SMRT "En la Noticia" zu integrieren. Insgesamt war es interessant die Produktion und Realisation dieser Nachrichten kennenzulernen, obwohl es ein Faszinosum blieb wie ein Lokalsender ohne Ticker und ständig herumschwirrende Reporter auskommt und sich allein auf Nachrichten aus dem Internet und Deutscher Welle beschränkt.

In der "Isla de Edicion", dem Schnittraum zeigten mir nette Kollegen die Bedienung der Schnittmaschinen, diverse Effekte und ließen mich nach Anleitung auch Beiträge bearbeiten.

Nach drei Wochen bekam ich Unterstützung durch eine weitere deutsche Praktikantin. Da die Mexikaner auch die meiste Zeit damit verbrachten sich zu unterhalten, war es für mich ganz angenehm mal wieder auf deutsch und andere Dinge zu reden. Meine Mitarbeiter waren alle sehr freundlich und zuvorkommend, allerdings wiederholten sich die Fragen auf die Dauer sehr und die Gespräche kamen selten über ein belangloses Niveau hinaus. Da die Mexikaner es häufig völlig unvorstellbar fanden, das wir ganz alleine ohne Familie, Schwester oder Cousine so weit in ein fremdes Land gekommen waren um dort auch noch unentgeltlich zu arbeiten, schienen sie es am besten für uns zu halten, wenn wir uns einfach in die Sonne setzten und uns unterhielten. Das war bisweilen auch tatsächlich sehr nett, doch es wäre meiner Meinung nach nicht so schwer gewesen uns öfter auf Außenaufnahmen für diverse Reportagen mitzunehmen. Unsere Bitten wurden leider nur selten erhört.

Dafür waren die Male, als wir bei Dreharbeiten für die Serie "Asi es mi tierra", eine Reportage über Traditionen, Gebräuche und das Leben in den verschiedenen Regionen des Bundesstaates Morelos, assistieren durften um so spannender und aufschlussreicher über mexikanische Arbeitsweise. Um uns die Zeit zu vertreiben beschlossen wir schließlich eigenständig eine kleine Radioreportage über die Möglichkeiten für ausländische Studenten in bezug auf berufliche Weiterbildung und kulturelle Angebote in Morelos zu machen. Nachdem es uns endlich gelungen war ein Aufnahmegerät zu bekommen, interviewten wir den Toutisteninformationsleiter, der uns bereitwillig Auskunft gab und einige Deutsche und Amerikaner zu ihren Erfahrungen. Die Fertigstellung des Projekts scheiterte leider an der fehlenden Unterstützung im Sender, da sich für uns niemand wirklich zuständig fühlte. Auch wenn eine bessere Einbindung und Betreuung und ein bisschen mehr Arbeit im Sender nicht schlecht gewesen wären, war es auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung, die sich auf jeden Fall gelohnt hat und die auch weiter empfehlen kann."

Muchas gracias, tambien a Fenix en Mexico!"

4. Bericht von A. Ernst, Zeitraum 24.8. - 6.10.2000

Die Radio- und Fernsehanstalt oder auch "Kanal 3", ist ein staatlicher Sender und besteht aus vier Radio-Stationen und einem Fernsehsender. In seinen Programmen sollen Kultur, Werte und Identitaet von Morelos vermittelt werden. Neben Programmen, die zur Unterhaltung dienen, wie zum Beispiel Musiksendungen im Radio oder Commedy-Serien im Fernsehen, sendet Kanal 3 regelmaessig Nachrichten und Kulturprogramme aus. In einem dieser Kulturprogramme, das "Así es mi tierra" heisst, habe ich meine sechswoechige Praktikumszeit verbracht.

Das Kulturprogramm "Así es mi tierra"

In dem Kulturprogramm "Así es mi tierra" sollen dem Zuschauer die verschiedenen kulturellen und traditionellen Werte Morelos´ sowie die verschiedenen Municipios dieser Gegend vorgestellt werden. Von den ueber 30 Municipios von Morelos wurden bereits ueber 20 dem Publikum gezeigt. Einziger Redakteur und staendiger Mitarbeiter dieses Programmes ist Manuel Ponce Rosas. Regelmaessig faehrt Manuel mit einem Kamerateam, das aus einem Kameramann und seinem Assistenten besteht, in die verschiedenen Municipios, dreht Material ueber verschiedene spezielle Braeuche und Traditionen dieser Gegend, einheimische Taenze, besonders schoene Orte der Municipios, fuehrt Interviews mit Menschen, die etwas ueber die Geschichte des Municipios erzaehlen koennen oder andere interessante Sachen zu berichten wissen.

Sobald das benoetigte Material gedreht ist, wird ein einstuendiger Beitrag daraus gefertigt (Beitragsdauer 50 Minuten, 10 Minuten Zeit fuer Werbung). Dieser Beitrag wird sowohl ueber das Fernsehprogramm von Kanal 3 ausgestrahlt, als auch als Kulturbeitrag in verschiedene andere Laender verkauft, zum Beispiel in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Meine Aufgaben als Praktikant

Als ich beim Kanal 3 als Praktikantin vorgestellt wurde, durfte ich mir aussuchen, in welcher Abteilung ich mein Praktikum absolvieren moechte; zur Auswahl hatte ich die Mitarbeit im Radioprogramm, in der Nachrichtenredaktion, oder bei "Así es mi tierra". Da mir dieses Kulturprogramm am interessantesten erschien, und ich auf diese Weise auch mehr von Morelos erfahren wuerde, habe ich mich fuer dieses Programm entschieden. Manuel, der Redakteur, hat mich mit offenen Armen empfangen, war von Anfang an wahnsinnig nett und hat mit seiner Grossherzigkeit und seiner typisch mexikanischen Gastfreundschaft meine kuehnsten Erwartungen noch uebertroffen.

Meine Aufgabe sollte es sein, Informationen ueber die Municipios, in die wir fahren wuerden, zusammenzusuchen und rauszuschreiben, damit wir uns vor Drehbeginn ueber die Geschichte, die Oertlichkeiten, Traditionen und Braeuche bereits ein Bild machen koennen. Des weiteren sollte ich bei den Drehs dabei sein und alles, was gedreht wuerde, schriftlich festhalten, um spaeter die Archivierung des Materials und das Wiederfinden von Fakten und Daten zu erleichtern.

Praktikumsablauf

Am Anfang schien alles so zu laufen, wie es geplant war. In das naechste Municipio, in das wir fahren und drehen wollten, hiess "Tlaltizapan". Also suchte ich Informationen ueber dieses Municipios zusammen und schrieb das wichtigste ueber Braeuche und Traditionen auf. Am geplanten Drehtag aber mussten wir leider erfahren, dass die Gelder fuer das Programm "Así es mi tierra" voruebergehend gestrichen worden waren und wir deswegen nicht zum Drehen konnten. Also musste Manuel bereits alle geplanten Interviewtermine wieder absagen, was den Presidente del Municipio, mit dem wir auch einen Termin hatten, so veraergerte, dass er alle erwartete Unterstuetzung wieder absagte. Also gaben wir das Vorhaben auf, ueber Tlaltizapan den naechsten Beitrag zu machen und entschieden uns dafuer fuer das Municipio "Zacatepec". Also musste ich wieder von vorne anfangen, Informationen zusammensuchen und aufschreiben. Geplant waren fuer Zacatepec drei aufeinanderfolgende Drehtage, die Termine vom ersten Tag konnten wir auch alle einhalten. Dann wurden leider wieder kurzfristig alle Gelder gestrichen und wir konnten weder zum Drehen fahren noch sonst irgendetwas anders machen. Und dabei blieb es dann auch. Wenn ich morgens zum Sender ging, wusste ich nicht, was mich erwartete. Meistens konnten wir aufgrund von Geldmangel nicht zum Drehen fahren, aber andere Arbeit hatten wir auch nicht. Das heisst, wir (Manuel und ich) sassen rum und drehten Daeumchen, und das wirklich tage- und wochenlang. Ausser an vier Tagen, an denen wir zum Drehen gefahren sind, sassen wir herum und hatten nichts zu tun. Ich lernte nichts ueber die Arbeit in den Medien, weswegen ich dieses Praktikum eigentlich machen wollte, weil es einfach nichts zu tun gab. Dieser Geldmangen ist wohl auf den Regierungswechsel, der zur Zeit stattfindet, zurueckzufuehren und wohl auch nicht von Dauer, aber meine ganze Praktikumszeit verbrachte ich nur mit rumsitzen und mit nichtstun. So hatte ich mir das wirklich nicht vorgestellt.

Zum Glueck hat Manuel ein wahnsinniges Wissen und so erzaehlte er mir in unserer "freien" Zeit ueber die Geschichte Mexikos, ueber philosophische Weltanschauungen und ueber viele andere Sachen mehr. So war meine Zeit nicht komplett durch Rumsitzen und Nichtstun vertroedelt, von Manuel habe ich wirklich eine Menge gelernt. Aber nicht besonders viel ueber die Medien, so wie ich mir das eigentlich vorgestellt und erwartet hatte.

In meiner vorletzten Woche dann kam noch eine zweite Praktikanten, Christiane, zu "Así es mi tierra", und dann sassen wir also zu dritt rum und haben uns gelangweilt. Nach drei Tagen haben wir Manuel dann wohl so leid getan, dass er sich die besondere Aufgabe ueberlegt hatte, uns ueber verschiedenen Themen recherchieren zu lassen. Mein Thema lautete "Niños de la calle" und Christiane sollte sich um Gewalt in Familien informieren. Also fuhr ich am naechsten Tag mit meiner Zimmergenossin Kerstin, die im Strassenkinderprogramm im DIF arbeitet, zu ihrer Arbeitsstelle um mir ein Bild ueber die Situation der Strassenkinder machen zu koennen. Dieser Tag, an dem ich mit Strassenkinder gespielt, gemalt, geknetet und ihnen bei den Hausaufgaben geholfen habe, war wohl der einzig wirklich sinnvolle in meinem Praktikum. Anschliessend schrieb ich eine Art Drehbuch, mit dem man eine Reportage ueber Strassenkinder machen koennte; in der letzten Woche besprachen und verbesserten wir die beiden Drehbuecher von Christiane und mir.

Kritik

Wie ihr bereits gelesen habt, war mein Praktikum alles andere als hilfreich fuer mein Studium. Haette ich nicht mit Manuel "zusammengearbeitet", der mir immer wieder mit seinen interessanten Geschichten ueber Mexiko, seine Weltansicht und anderen spannenden Sachen ueber die langweiligen Morgen hinweggeholfen haette, waere dies mit Abstand das schlimmste, langweiligste und uneffektivste Praktikum gewesen, das ich in meinem Leben absolviert habe. Nicht nur unser Kulturprogramm war von diesem Regierungswechsel in Mitleidenschaft gezogen worden, im ganzen Kanal 3 stand die Arbeit relativ still. Nur in der Nachrichtenredaktion gab es etwas zu tun, aber da war schon eine andere deutsche Praktikantin, und fuer zwei haette auch dort die Arbeit nicht gereicht.

Trotz dieser Probleme in meiner Praktikumsstelle habe ich meine Zeit in Mexiko sehr genossen. Die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und die Offenheit, mit der ich hier empfangen worden bin, hat mich wirklich umgehauen. Und nicht zuletzt wegen dieser Freundlichkeit und Herzlichkeit hat mir mein Praktikum doch noch etwas gebracht, wenn auch nicht in Bezug auf Medien und mein Studium.

Ich werde diese Zeit in Mexiko in guter Erinnerung behalten und auf jeden Fall wieder zurueckkommen.

Viele Liebe Gruesse, A. Ernst

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