|
Praktikumsberichte Zentrum zur Suchtberatung- und praevention
1. Bericht: Dieser Bericht stammt von Nina B. die vom 8.11.99 - 31.3.00 ihr Praktikum absolvierte:
1. Allgemeine Information über das C. in Cuernavaca:
Team: 6 Psychologen und Psychologinnen (davon eine die Leiterin des Zentrums), 2 Sozialarbeiterinnen, 1 Arzt/Psychiater, 1 Sekretärin, 4 sonstige Mitarbeiter sowie Praktikanten in wechselnder Anzahl.
Allgemeine Daten: 1999 feierte das C. in Cuernavaca sein 25-jähriges Jubiläum; das Zentrum ist eine zivile Einrichtung, aber da es einen Großteil seiner finanziellen Mittel vom mexikanischen Gesundheitsministerium erhält, kann man es wie eine Unterabteilung dieses Ministeriums verstehen.
2. Die drei Bereiche sozialer Arbeit, die im C.I.J. realisiert werden:
- Präventionsarbeit
- Öffentlichkeitsarbeit
- Therapeutische Arbeit
3. Meine Aufgaben in diesen drei Bereichen:
a) Präventionsarbeit:
In einer Einarbeitungsphase machte ich mich mit der Arbeit des C. in diesem Bereich vertraut, indem ich Literatur zum Thema las, mich mit dem Arbeitsmaterial vertraut machte und verschiedene Therapeutinnen bei der Präventionsarbeit in Grund- und weiterführenden Schulen begleitete. Die Präventionsarbeit wird in Schulen in und in der näheren Umgebung von Cuernavaca durchgeführt. Es handelt sich dabei entweder um 4-8-teilige Unterrichtsreihen im Rahmen der Gesundheitserziehung (mögliche Themen: Sozialisation, Kommunikation, Phantasie/Kreativität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Ökologie, Drogen, Aids, Schutzfaktoren) oder um informative Vorträge. Außerdem können Schülergruppen in AG-Form befähigt / ausgebildet werden, um sie später als Promotoren in der Präventionsarbeit eingesetzt werden.
Nachdem ich einige Wochen lang die Arbeit der Therapeutinnen verfolgt und mich mit dem Unterrichtsmaterial vertraut gemacht hatte, wurde mir die Möglichkeit gewährt, eigenständig Präventionsarbeit zu leisten. In Zusammenarbeit mit einer anderen Praktikantin (aus dem pädagogischen Bereich) bereitete ich zunächst einzelne Unterrichtsstunden und später komplette Unterrichtsreihen selbständig vor und führte sie in Grundschulklassen durch. Die Vor- und Nachbesprechung fand in enger Zusammenarbeit mit einer der Therapeutinnen statt, die uns Ratschläge und ein Feedback gab. Diese Arbeit stellte für mich als Nichtpädagogin eine echte Herausforderung dar, zumal die mexikanischen Klassen mit bis zu 40 Kindern ziemlich groß und die Disziplin in den Klassen für deutsches Verständnis eher schlecht ist. Nach anfänglichen Verständigungs- und Durchsetzungproblemen fühlten wir uns jedoch immer kompetenter und gewannen viel Spaß an der Arbeit.
Zusätzlich zu den oben beschriebenen Unterrichtsreihen entwickelte ich gemeinsam mit meiner Kollegin und unserer Praktikumsbetreuerin auch Workshops zur Stärkung des Selbstbewußtseins, die wir mit älteren Schülern durchführten. Es ging dabei z.B. um das Selbstbewußtsein im Zusammenhang mit schulischen Leistungen oder um die Problematik des Freundschaften-Schließens. Die Arbeit mit diesen etwas älteren Jugendlichen habe ich als besonders interessant und angenehm empfunden, zumal es mit Ihnen nicht die oben beschriebenen Durchsetzungprobleme gab.
b) Öffentlichkeitsarbeit:
Mehrfach ergab sich die Möglichkeit, einen der Mitarbeiter zu einem Informationsforum oder einer Gesundheitsmesse zu begleiten, wo ich als Vertreter des C. einen Infostand mitbetreute. Meine Aufgabe war es bei dieser Gelegenheit, Prospekte zu verteilen sowie Fragen über die Arbeit des C. zu beantworten.
c) Therapeutische Arbeit:
Obwohl ich die Arbeit im Präventionsbereich als interessant und bereichernd empfand, lag mein eigentliches Hauptinteresse von Anfang an im Bereich der Therapien. Leider war es hier jedoch viel schwieriger, Zugang zu erhalten. Dank meines unermüdlichen Interesses und stellenweisen nicht-locker-Lassens, gelang mir dies jedoch dennoch nach ca. 6 Wochen. In der Folge konnte ich mich nach und nach in verschiedene Therapien integrieren. Diese führte eine Therapeutin des C. durch, mit der ich bereits im Rahmen der Präventionsarbeit ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut hatte. Generell waren die Therapeuten aber eher zurückhaltend, was die Einbeziehung von Praktikanten in die therapeutische Arbeit betrifft. Dies liegt wohl einerseits an der großen Fluktuation von Praktikanten im C. (die, kaum, daß sie halbwegs integriert sind, oftmals schon wieder gehen), andererseits daran, daß es für viele Patienten eine Belastung darstellt, mit fremden Zuhörern konfrontiert zu werden. Letztendlich durfte ich jedoch bei mehreren Therapien als Ko-Therapeutin anwesend sein. Außerdem übertrug meine Betreuerin mir die Aufgabe, im Rahmen der Diagnostikphase des C. selbständig psychologische Tests durchzuführen und auszuwerten. Diese Erfahrungen waren für mich besonders spannend und lehrreich, zumal ich immer das Gefühl hatte, als angehende Psychologin von meiner Betreuerin ernst genommen zu werden, und zumal sie mich stets auch um meine Einschätzung bat.
4. Abschließender Eindruck:
Insgesamt war es eine interessante und abwechslungsreiche Zeit (4,5 Monate), die ich als Praktikantin im C. verbrachte, die ich nicht missen möchte. Allerdings gab es auch einige Aspekte, die nicht ideal waren und verbesserungswürdig sind. So verlief mein Praktikum insgesamt von Seiten der Organisation her sehr unorganisiert und es gab keine klare Zuteilung von Aufgaben. Statt dessen mußte ich stets hinter den Mitarbeitern des C. "herlaufen", um mich in Aktivitäten integrieren zu können. Teilweise kam ich mir dadurch wie ein lästiger Störenfried vor, letztendlich hat diese Strategie des nicht-locker-Lassens und immer wieder Nachfragens jedoch zum Erfolg geführt, so daß ich nach und nach auch in die Planung von Aktionen mit einbezogen wurde.
Trotzdem gab es meiner Meinung nach zu viele Leerläufe, so daß ich einen Teil der Zeit, die ich sinnvoll hätte nutzen können und wollen, mangels sinnvoller Aufgaben vertrödelt habe. Erst im Nachhinein habe ich dann teilweise erfahren, daß ich an anderer Stelle hätte mitarbeiten können...
Positiv habe ich auf jeden Fall empfunden, daß ich mich jederzeit ernst genommen und nicht als "dumme" Praktikanten behandelt fühlte. Auch das Verhältnis zu meinen Mitarbeitern war zum Ende hin sehr gut, und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.
Außerdem hat es nie an Fachliteratur gemangelt, denn als Praktikantin hatte ich Zugang zur zentrumsinternen Bücherei, und zum Glück auch zum Computer des C.
2. Bericht: Dieser Bericht stammt von Maja R., Zeitraum 3.5. - 6.8.1999
"In der Zeit vom 03.05.1999 bis zum 06.08.1999 habe ich ein Auslandspraktikum im Centro... in Cuernavaca, Morelos im Rahmen meines Psychologiestudium absolviert.
Das Centro
Das Centro in Cuernavaca ist eines von landesweit 72 Zentren. Die Centros sind eine gemeinnützige Einrichtung, die es sich zum Ziel gesetzt haben in der Gesellschaft durch Suchtprävention, Behandlung und Rehabilitation von Drogenabhängigen und Forschung auf diesem Gebiet Hilfe zu schaffen. Sie werden zu ca. 90% überregional vom Gesundheitsministerium (secretaria de Salud), also der Regierung, und zu ca. 10% regional von Gruppen der Gesellschaft (Asociacíon Civil) wie z.B. Industrie, Unternehmen, Schulen oder Privatpersonen getragen.
Das Centro in Cuernavaca liegt in der Colonia Carolina, ein eher ärmliches Stadtviertel, nachts angeblich ein heißes Pflaster, jedoch nicht sehr weit vom Stadtzentrum entfernt. Es besteht aus einem einstöckigem Gebäude, in dem sich 3 "Büros", 1 Arztzimmer, das Zimmer der Rektorin, ein größerer Raum (u.a. für Versammlungen), 2 Toiletten, ein kleiner Abstellraum, und eine "Werkstatt" (anderer Abstellraum) befinden. Der Schreibtisch der Sekretärin befindet sich am Eingang und die Praktikanten sitzen in einem länglichen Flur von den consultorios (Büros).
Im Centro arbeiten 5 Psychologinnen (einschließlich der Rektorin), 1 Psychologe, 2 Sozialarbeiterinnen, 1 Psychiater, eine Sekretärin, eine Angestellte , die für servicios generales zuständig ist, und Jugendliche, die ihr servicio social absolvieren, sowie Freiwillige.
Die Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen arbeiten sowohl im Centro, dort finden u.a. Erstgespräche, (Familien-) Therapien, Weiterbildungen, Versammlungen und Besprechungen statt, als auch außerhalb der Institution, z.B. in Schulen, Unternehmen, im Gefängnis, usw. Dort werden, entweder auf Anfrage oder auf Angebot des Zentrums hin Informationsveranstaltungen, Orientierungskurse oder Fortbildungen durchgeführt.
Meine Tätigkeiten im Centro
Zusammen mit den Mitarbeitern der Institution bzw. teilweise alleine, habe ich mich an folgenden Aktivitäten beteiligt:
- Informationsveranstaltungen an Schule
|
- Präventionsveranstaltungen und Orientierung für Kinder
|
- Orientationsveranstaltung für Lehrer mit dem Thema "Selbstwertgefühl"
|
- Fortbildungen zu den Themen "Falldarstellung eines klinischen Falles" und "Stress"
|
- Ausarbeitung von Öffentlichkeitsmaterial: Erstellung von themenbezogenen Postern zu den Themen "Weltnichtrauchertag", "Internationaler Tag der Bekämpfung des illegalen Drogenhandels", "Umweltschutz" und "Bedeutung der Kommunikation in der Familie"
|
- Teilnahme an einer klassischen Fallstudie in Zusammenarbeit mit den medizinisch-psychologischen Mitarbeitern
|
- Erstellung einer Statistik epidemiologischer Daten zur Patientenbehandlung im Centro.
|
- Mitarbeit bei der Organisation und Durchführung des Forums "Depression und Drogenabhängigkeit" in Zusammenarbeit mit der "Universidad Autonoma del Estado Morelos" (UAEM)
|
- Verteilung von Einladungen
|
- Auswahl von Postern im Rahmen eines Wettbewerbs
|
- Anwendung und Interpretation des test de la familia (In der Nähe von Cuernavaca (...) gibt es ein YMCA-Camp, wo Kinder einerseits Ihre Ferien verbringen , aber andererseits auch während der Schulzeit im Rahmen einer Art Stipendium dort wohnen und Betreut werden können. Die Auswahl der Kinder, die diese Unterstützung erhalten sollen, wird von den Psychologinnen des Centro durchgeführt. Einen Teil des Auswahlverfahrens stellt der test de familia dar, den ich selbstständig durchführen durfte (...).
|
Eindrücke
Insgesamt hat mir mein Praktikum viel Spaß gemacht, vor allem weil die Atmosphäre im Centro sehr angenehm ist und alle Personen dort sehr nett sind. Nach sehr kurzer Zeit habe ich mich bereits integriert gefühlt. Auch mit der Sprache gab es keine großen Schwierigkeiten, und nach und nach wurde es immer besser. Man hat auf keinen Fall Probleme, wenn man nicht alles versteht und nicht perfekt spricht.
Die Arbeitszeit von 5 Stunden (meistens von 10.00 bis 15:00 Uhr) ist sehr angenehm, obwohl es je nach Arbeit auch mal mehr oder weniger kurz- oder langweilig sein kann. Während meiner Zeit im Zentrum gab es allerdings eher wenig zu tu, so daß ich öfters mal meine 5 Stunden mit Unterhaltungen verbracht habe.
Die meiste Zeit meines Praktikums waren wir drei Deutsche im Zentrum, so daß die Arbeit für jeden einzelnen nicht gerade mehr wurde, wobei ja außerdem noch Mexikaner ihren Pflichtservice (je nachdem für Schule oder Universität) gleichzeitig absolvierten.
Doch es war immer sehr unterhaltsam, und sehr streng wurden unsere "Nichttätigkeiten" auch nicht gesehen, im Gegenteil, oft war man besorgt ob wir uns langweilten.
Doch es ist nicht so, daß ich gar nichts getan hätte (siehe Tätigkeiten oben), es gab halt nur nicht jeden Tag etwas zu tun. Wenn man sich noch mehr dahinter klemmt (was man oft tun muss) und auf Arbeit insistiert, kann man aber sicherlich noch mehr tun. Doch wenn man sich erst mal an das relativ laue Arbeitsleben gewöhnt hat, dann verlässt einen irgendwann der Deutsche Arbeitsantrieb und man erfreut sich des (mexikanischen) Lebens. Trotzdem würde ich sagen, daß ich einiges gelernt habe, wenn auch nicht so sehr viel fachliches, so doch einiges über die mexikanische Mentalität und mexikanische Arbeitsweisen.
Mir hat meine Zeit in México sehr viel gebracht und ich habe sehr viel gelernt, vor allem menschlich, kulturell und sprachlich, aber ich muss sagen, dass mir die 14 Wochen Praktikum gereicht haben und ich froh bin, mal wieder "richtig" an die Arbeit gehen zu können.
Allerdings kann ich einen Aufenthalt für einige Zeit in México jedem nur wärmstens empfehlen.
Ein kleiner Tip wenn mal etwas anders laufen sollte als man möchte: Alles nur eine Sache der Einstellung.
Viel Spaß bei Eurem Praktikum."
3. Bericht: Dieser Bericht stammt von Susanne K., die von Oktober 1999 bis März 2000 Ihr Praktikum absolvierte:
"Nach wirklich sehr langer Zeit mal ein Lebenszeichen von mir, allerdings schon wieder aus Deutschland.
Ich bin seit ein paar Tagen wieder im Lande und sehe mich jetzt mit der persönlichen Aufgabe betraut, meine Zeit in Mexiko revue passieren zu lassen. Fast sieben Monate, das ist viel Zeit, um Abstand von zuhause zu gewinnen, lassen einen umfassenden Eindruck aus dem Gastland mitnehmen.
Mein Praktikum war ja ein soziales im Centro und dazu kann ich folgendes weitergeben:
Für mich als Diplompädagogin konnte das Praktikum einen Eindruck in die soziale Arbeit im Bereich der Drogenprävention geben. Es war mir möglich in die verschiedenen Arbeitsbereiche Einsicht zu bekommen, d.h. vor allem war ich stärker integriert in die Schulprävention, was den Eindruck dort dementsprechend vergrößert hat. Mit den Fachleuten des Centro konnte ich mitarbeiten, besonders in der präventiven Arbeit im Rahmen der Bildungsanstalten. Vorbereitungen von Unterrichtsstunden zu Themen der Prävention.
Entscheidend weniger konnte von mir eine Mitarbeit im Bereich der Therapie erreicht werden. Aus wahrscheinlich verständlichen Gründen waren wir Praktikanten von der Therapiearbeit ausgeschlossen, fehlende Ausbildung und vor allem die fehlenden perfekten Sprachkenntnisse ließen eine aktive Mitarbeit unrealisierbar bleiben.
Vielmehr konnten wir passiv die Therapieeinheiten beobachten oder ihnen beisitzen.
Ein weiterer Bereich, der mit unser Mitarbeit gerechnet hat, ist die Öffentlichkeitsarbeit des Centro. Bei Gesundheitsmessen und öffentlichen Informationsveranstaltungen waren wir Praktikanten tätig als Promotoren zur Verbreitung von Informationen über das Centro. Die Arbeit war sehr informativ auch für uns Praktikanten, da wir natürlich auch selbst Informationen über weitere soziale Einrichtungen erhalten konnten.
Das Mitarbeiten im Centro war somit möglich, aber nicht immer ausreichend für uns Praktikanten. Ich persönlich hätte mir des öfteren eine intensivere Einbindung meiner Person in die soziale Arbeit gewünscht. Wenige Mitarbeiter kamen von sich aus auf uns zu und baten um Kooperation.
Die Direktorin konnte über die alltägliche Frage: "Como estás?" nicht viel weiteres mit uns besprechen. Fehlte das Interesse ihrerseits? Glücklich war in diesem Zusammenhang die Mehrzahl an Praktikanten im Centro, mit denen man sich austauschen und ebenfalls zusammenarbeiten konnten. Das ist ein Tipp von mir, besonders im Centro mehrere Praktikanten gleichzeitig arbeiten zu lassen, die sich gegenseitig beschäftigen und voneinander profitieren können.
Ich empfand die Anwesenheit von den weiteren Praktikanten als sehr angenehm und trotzdem ist der Kontakt zu den Mexikanern nicht geringer geworden. Ganz im Gegenteil, wir haben gemeinsam um mehr Mitarbeit gebeten und das Vertrauen in unsere Mitarbeit wuchs auch von Seiten des Fachpersonals.
Neben meinem Praktikum habe ich ebenfalls im Centro einen Serigraphiekurs belegt, der mich wirklich begeistert hat. Wir haben gelernt, Visitenkarten zu bedrucken, so auch T- shirts und Tassen. Dieses Angebot bekam ich, weil ich als Praktikantin im Centro gearbeitet habe und es lag nahe nachmittags dort diesen Kurs zu belegen.
Mein Praktikum war ein Erfolg für meine weitere berufliche Planung und auch die Hindernisse und Schwierigkeiten sind nicht unwichtig für die persönliche Horizonterweiterung.
Mexiko als Land:
Mexiko als Land hat mich ebenfalls beeindruckt. Gegensätze über Gegensätze, nicht immer leicht zu ertragen, wenn die Armut neben soviel Reichtum stattfindet.
Mexiko fehlt ein wenig die Mitte, die Konnektion zwischen arm und reich ist unterbrochen, vielleicht hat sie auch nie existiert. Die Reichen sehen sich weit entfernt von den Armen, schließen sich aus dem Kreis der Mitverantwortung aus, leben ihr separates, luxusreiches Leben. Die Armen stehen am Rande, welches Land will sich schon mit der Existenz von soviel Armut rühmen. Aber sie ist unausweichlich, begegnet dir an jeder Ecke, die Armut, die ungerechte Verteilung der mexikanischen Reichtümer. Ich habe einige Bücher über den Mexikaner gelesen und in diesen wird der Mexikaner als melancholisch beschrieben. Wer nicht in Mexiko, auch wenn nur kurz, gelebt hat, wird es nicht glauben. Der Mexikaner hat eine große Portion an Melancholie, nein Traurigkeit, die lähmt.
Die Armen Mexikos gehören wesentlich stärker dem traditionellen Leben an, wollen sich dem alten Mexiko widmen, fühlen sich mit dem alten Mexiko verbunden. Sie versuchen sich zurückzubewegen zu ihren Wurzeln, ihrer einmaligen Hochkultur.
Die Reichen dagegen sehen eine aussichtsreiche Zukunft nur in einer Orientierung zum westliche Leben, dem euroamerikanischen Dasein. Sie wenden ihren Blick ausschließlich nach vorne, sehen nicht rechts, nicht links sondern nur geradeaus.
Wo befindet sich der Mexikaner?: in der Indiokultur oder bei McDonalds?
Der Mexikaner hat seinen Weg schon gefunden, so las ich einmal in einem Bericht von Fénix, ja das stimmt. Aber dieser Weg des Mexikaners hat mehrere Richtungen, die absolut unterschiedlich sind. Reich und arm finden keinen gemeinsamen Weg, nein sie haben ja unterschiedliche Wurzeln. Ich habe erfahren, dass von den fast 100 Millionen Einwohnern Mexikos 40 Millionen in Armut leben, eine unerhörte Zahl, die sich eher noch erhöhen wird als verringern.
Mexiko muss endlich Verantwortung übernehmen für seine Bevölkerung und das Blatt wenden mit korrekter Politik und mit einer Annäherung der Menschen untereinander. Mich hat vielleicht besonders als Ausländer die alltägliche Armut erschreckt und mir ein Unwohlsein vermittelt.
Warum trifft es diese Menschen und wir können so ruhig weiterleben, nein das kann nicht möglich sein. Armut ist kein Ast neben anderen im Baum der Gesellschaft, es ist die kranke Wurzel, die den Baum zu kippen bringt, früher oder später.
Ich finde es sehr gut, dass über das Praktikantenaustauschprogramm Bewusstsein geschaffen werden kann über Realitäten in einem anderen Land wie Mexiko und keiner wird sich nicht wenigstens gedanklich aus seiner Mitverantwortung ziehen können.
Mexiko macht reif für eine eigene bewusstere Zukunft, lässt nachdenken und vielleicht auch aktiv werden.
Mir hat die Zeit viele Augen geöffnet, auch wenn ich schon andere Länder in Lateinamerika kennengelernt habe, war Mexiko ein besonderes, meine Erinnerungen an Mexiko bleiben unumstößlich und zukunftsweisend.
Ich möchte für und im Ausland arbeiten, die Kapazitäten der Menschen sind hier unerschöpflich, d.h. nicht wir bieten den Wechsel an, es sind die Menschen selbst, die nach vorne gehen, wir können uns nur einklinken und mitarbeiten für diese aussichtsreiche Zukunft."
4. Bericht: Dieser Bericht stammt von Reinhild S., die vom 30.01. bis 31.03.2000 im Zentrum mitarbeitete.
"Das Centro ist ein gemeinnütziger Verein, der in den Bereichen Prävention, Forschung, Öffentlichkeitsarbeit, Therapie und Rehabilitation von Drogenabhängigkeit tätig ist. Die Institution ist innerhalb des mexikanischen Gesundheitssystems als sog. "Subsektor der sozialen Arbeit" angesiedelt. Sie besteht aus mehreren Ortseinheiten, die über ganz Mexiko verteilt ein geschlossenes Netz bilden sollen...
Im Centro von Cuernavaca arbeiten 6 Psychologinnen, 2 Sozialarbeiterinnen, ein psychiatrischer Facharzt, eine Sekretärin, 3 weitere Hilfskräfte, sowie verschiedene Volontäre, zu denen seit einiger Zeit auch die Praktikanten von Fénix zählen. Da dem Instituto Fénix die Institution und Arbeitsweise des Centro von meinen zahlreichen Vorgängern und ihren Berichten bekannt sein wird, werde ich den Schwerpunkt dieses Berichtes auf meine persönlichen Erfahrungen legen. Hierbei soll wichtig sein, sowohl dem Instituto Fénix, als auch dem Centro, als auch den nachfolgenden Praktikumsgenerationen den einen oder anderen hilfreichen Hinweis für die weitere Gestaltung der Praktikumsaufenthalte zu geben, um so deren Gestaltung zu optimieren. Meine Aufnahme im Centro an meinem ersten Praktikumstag war herzlich. Es war ein erleichterndes Gefühl, in Salma, der für die Praktikanten von Fénix zuständigen Psychologin, eine verantwortliche Ansprechpartnerin zu haben. Allerdings hatte sie in der ersten Woche durch verschiedene unglückliche Umstände wenig Zeit, sich eingehender um mich und meine speziellen Bedürfnisse zu kümmern. Hier waren dann meine deutschen Mitpraktikanten für mich eine Unterstützung: Sie konnten mir über die Organisation, die Aufgabenbereiche des Centro und der dortigen Arbeitskräfte, sowie den speziellen Arbeitsmöglichkeiten für die Praktikanten Auskunft geben. Im Laufe der ersten Woche lies mir Salma dann verschiedene Einführungstexte zukommen, die sich als recht informativ und interessant erwiesen.
Ebenfalls bereits in der ersten Woche konnte ich mit Salma an Unterrichtseinheiten in der Schule in Temixco teilnehmen, wo ich erste Eindrücke von der Präventionsarbeit sammeln konnte, die sich im weiteren Verlauf des Praktikums als das hauptsächliche, allerdings auch nahezu ausschließliche Arbeitsfeld herausstellen sollte. Die Präventionsarbeit stellt in meinen Augen eine sehr gute Möglichkeit dar, Praktikanten einzusetzen, da sie ein gutes und angenehmes Lernen für die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Praktikanten darstellt: Zunächst nur beobachtend kann man sich die Themen, sowie das spanische Vokabular der Unterrichtseinheiten aneignen, um schließlich eigene Ideen auch selber praktisch umsetzen zu können. So arbeitete ich zu den Themen wie "Selbstbewusstsein", "Liebe", "Gesundheitserziehung", "Risiko- und Schutzfaktoren", "Sozialisation", usw. zunächst beobachtend und reflektierend, dann mit vorbereitem und schließlich mit selbsterarbeitetem didaktischen Material. Um wirklich wertvolle praktische Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln, blieb mir allerdings zu wenig Zeit. Gerade hier wäre es wünschenswert - sowohl für die Einrichtung, als auch für die Praktikanten selber - wenn sie mindestens 12 Wochen kontinuierlich in der Institution verweilten, um so die Möglichkeiten, eventuell sogar bei verschiedenen Mitarbeitern, komplette Schulpräventionsreihen zu beobachten, als Helfer durchzuführen und/oder schließlich selbstständig zu leiten, ausnutzen zu können.
Eine längere Verweildauer hätte mir auch in anderen Bereichen wesentlich größere Möglichkeiten eröffnet: Gerade in der Öffentlichkeitsarbeit, die eine der Stärken des Centro darstellen soll, und die nach Aussage anderer Praktikanten interessant ist, bot sich mir leider nicht die Möglichkeit, daran mitzuarbeiten, da in meine Praktikumzeit keine solche Veranstaltung fiel. Auch sonst ergaben sich immer wieder "unglückliche Umstände" wie Fortbildungsveranstaltungen der Betreuungsperson, Ausfall von zahlreichen Schulveranstaltungen, die ein kontinuierliches Lernen erschweren und eine längere Verweildauer nahe legen.
Auch die Möglichkeiten, an Therapien beobachtend - oder bei entsprechender Spanischkapazität auch aktiv - teilzunehmen, steigen mit der Verweildauer, da besonders hier die Organisation von Terminen mit den einzelnen Mitarbeitern sich als die eigentliche Arbeit erweist. Für mich persönlich erwies sich die Gelegenheit, am therapeutischen Geschehen beobachtend teilzunehmen als Ausnahme, was ich durchweg schade und so manches Mal unverständlich empfand. Da ich zuvor in Deutschland einige vergleichbare Praktika absolviert habe, wäre ein vergleichendes Betrachten der therapeutischen Arbeiten für mich sehr interessant gewesen. Gerade im therapeutischen Bereich sollte eindeutiger geregelt sein, welche Praktikanten welche Interessen mitbringen und für wen sich sich bei welchem Mitarbeiter welche Möglichkeiten bieten.
An dieser Stelle möchte ich zu dem Hauptkritikpunkt am Umgang mit den Praktikanten kommen: Es erweist sich insgesamt an vielen Stellen des alltäglichen Umgangs als sehr vorteilhaft, dass der Centro über so zahlreiche Erfahrung mit deutschen Praktikanten verfügt. So kennen sie bereits einige der Bedürfnisse und Schwierigkeiten dieser zeitlich befristeten Mitarbeiter, beispielsweise bringen sie viel Geduld, Verständnis und Feinfühligkeit auf für die Hindernisse, die eine fremde Sprache mit sich bringt. Andererseits aber wäre es wichtig zu sehen, dass die Praktikanten doch mit recht unterschiedlichen Voraussetzungen zum Centro kommen: Ihre Verweildauer schwankt zwischen 6 Wochen und 6 Monaten, ihre Studienfächer sind verschieden, weiter unterscheiden sie sich sowohl in ihren Fähigkeiten und Kenntnissen, als auch in ihren Bedürfnissen, sei es Art, sei es Quantität, sei es Qualität der Arbeit. Es wäre hilfreich, wenn zuvor Erwartungen und Angebote beider Seiten klarer abgesteckt würden.
Natürlich ist das Eintauchen in die Institution gerade mit ihren Hindernissen, vom Kennenlernen der verschiedenen Mitarbeiter und deren Eigenarten über die Integration der eigenen Person bis hin zum pragmatischen Beschaffen von Terminen, ein Bereich, in dem man meiner Meinung nach wesentlich von der mexikanischen Art, in so einer Einrichtung zu arbeiten, lernt. Allerdings denke ich, dass ich persönlich hiervon nur deshalb profitieren konnte, da ich zuvor in vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland tätig war. Im Alltag stellt sich die "mexikanische Art der Organisation" eher als Stressfaktoren dar. Der größte dieser Faktoren für die Praktikanten ist sicher die Art der Terminvergabe. Wie bereits erwähnt wurde diese aus den verschiedensten Gründen erschwert: Häufig werden Termine so kurzfristig an- oder abgesagt, dass es schlichtweg gar nicht möglich wäre, die Teilnahme daran besser zu organisieren. Oft aber ist es auch Unwilligkeit, interne, gruppendynamische Zwischenfälle, Missverständnisse oder einfach Unkenntnis der Interessen und Fähigkeiten, sowie der Arbeitswilligkeit der Praktikanten, die die Partizipation erschweren, was häufig sehr schade ist, da das Centro an sich viele sehr interessante Möglichkeiten bietet. Insgesamt würde es nicht nur den Praktikanten ihre Arbeit um einiges erleichtern, teils sogar überhaupt erst möglich machen, wenn es ein halbwegs einsichtiges System an Terminvergabe gäbe, auch das Centro selber könnte von den Praktikanten auf diese Weise wesentlich mehr profitieren. So hatte ich oft das Gefühl, dass ich - trotz meine Kenntnisse und Fähigkeiten - der Institution mit meinen Bedürfnissen eher Arbeit mache, denn abnehme. Angesichts der Tatsache, dass die Arbeit im Centro nicht wirklich rar, aber schwer zu organisieren ist, war es für mich auch sicher nicht vorteilhaft, dass drei, teilweise vier Praktikanten gleichzeitig nach Arbeit suchten. Die optimale Anzahl läge meiner Meinung nach bei zwei Praktikanten, was Teamarbeit möglich machen, aber eine Übersättigung der Einrichtung verhindern würde. Gerne hätte ich mehr gearbeitet, auch Arbeiten wie z.B. das Erstellen von Postern und Spielen oder eine Systematisierung des vorhandenen Spielmaterials, der Bibliothek o.ä. übernommen. Auch in solchen scheinbaren Kleinigkeiten könnte das Centro von den deutschen Praktikanten und ihren Stärken - die vielleicht gerade in Organisieren und Systematisieren liegen - profitieren.
Ein anderer Punkt, auf den ich in diesem Bericht gerne eingehen möchte, ist die spanische Sprache und ihre - sicher recht große Rolle - in meinem Praktikum: Grundkenntnisse sind natürlich wie überall unumgänglich. Ich persönlich habe mich aber für den Umgang mit Kindern, der spezielle Anforderungen stellt, zunächst nicht gerüstet gefühlt. Hier böte sich meiner Ansicht nach in der im Instituto Fénix angebotenen "Orientierungswoche" eine - in meinem Fall leider nicht genutzte - Gelegenheit, auf die spezifischen sprachlichen Anforderungen der Arbeit vorzubereiten. Hilfreich wäre es gewesen, Sätze und Begriffe, die man zur "Bändigung" von Schulklassen brauchen kann, zu lernen, sowie einige Texte über das Centro vorher zu lesen und somit gleichsam Informationen und Fachvokabular bereits bei Antritt des Praktikums zu besitzen. Hilfreich wäre auch, den Mitarbeitern bereits vorher bekannt zu sein, d.h. ein bis zwei Wochen vor Praktikumantritt das Centro zu besuchen - am besten donnerstags um 11.00 Uhr zur Mitarbeiterversammlung. Weiter hätte es mir und meinem Spanisch rückblickend sehr geholfen, wenn die deutschen Praktikanten auch untereinander Spanisch gesprochen hätten - was sicher in unserer Eigenverantwortung gelegen hätte und hier ein Tip für meine deutschen Nachfolger sein soll.
Ein weiterer Tip für diese Nachfolger: Nehmt an den Capaticationssitzungen am Donnerstag teil! Oft sind die dort behandelten Themen wie die Vorbereitung von Programmen, Evaluation, Anwendung von Spielen, etc., interessant. Weiter ist es zum einen motivierend zu sehen, wie man jede Woche mehr versteht, zum anderen ist es meiner Erfahrung nach wichtig, von den Teammitgliedern gesehen zu werden, Interesse und Motivation zu demonstrieren und - das eine oder andere Mal einfach mal mit ihnen zu lachen.
Insgesamt bot sich mir eine abwechslungsreiche Zeit. Ich habe sicher viel gesehen und erfahren, was mir in meiner weiteren beruflichen Laufbahn hilfreich sein wird. Das Centro verfügt über kompetente Arbeitskräfte, die teilweise durchaus Interesse an den Fenix-Praktikanten aufbringen. Gerade Salma fühlte sich für uns verantwortlich und fand zwischen all ihren Terminen dann doch immer noch frei Zeit und ein offenes Ohr für unsere Schwierigkeiten und Anfragen. Die beschriebenen Schwierigkeiten wohnen z.T. der Institution inne und sind somit zwar oft ärgerlich und unumgänglich, aber auch interessant mitzuerleben. Dennoch wäre es sicher hilfreich, wenn einige der hier enthaltenen Anregungen an das Centro oder auch an Fénix beachtet werden könnten."
5. Bericht: Praktikum von Yvette H., die im Centro ihr Praktikum vom 06.09.1999-06.01.2000 absolvierte:
Vorstellung des Projekts
Das Centro ist eine Institution, die hauptsächlich im Bereich der Prävention, der Behandlung und Erforschung von Drogenabhängigkeit arbeitet Es ist eine Institution , welche dem Gesundheitssektor untersteht und welche in ganz Mexico in verschiedenen Städten arbeitet. Das Hauptklientel sind drogenabhängige Jugendliche sowie deren Familien aber auch ganz normale Jugendliche mit welchen im präventiven Bereich gearbeitet wird. Das Centro in Cuernavaca verfügt über mehrere Psychologen und Sozialarbeiter/Sozialpädagogen, welche in den Bereichen der
Prävention und der Therapie tätig sind. Des weiteren verfügt das Zentrum über eine Grafikwerkstatt zur Herstellung von Materialien wie zum Beispiel T- Shirts und Plakaten.
Zum Beginn meiner Arbeit bekam ich eine Woche lang einen Einführungskurs in welchem sehr intensiv das Thema Drogenabhängigkeit behandelt wurde und mir sehr genau die Arbeit und das Anliegen der Institution näher gebracht wurde. So bekam ich gleich von Anfang an einen guten Einblick in die Wirkungsweise der Institution.
Außerdem verfügt das Centro über eine sehr gute Fachbibliothek, wo ich mir jederzeit Material ausleihen konnte. Während meines Praktikums arbeitete ich in den Bereichen der Prävention und Behandlung mit.
Meine Mitarbeit im Präventionsprogramm
Im Bereich der Prävention handelt es sich um Aufklärungsarbeit, speziell mit Kindern und Jugendlichen. um der Drogenabhängigkeit vorzubeugen.
Ich arbeitete zusammen mit einer Psychologin, welche mir das Programm erklärte und unter deren Anleitung ich mit speziellem Material des Zentrums 90- minütige Präventionskurse für die Arbeit mit Kindern in Schulen erstellte. Die Vor- und Aufarbeitung von didaktischern. Material zur Durchführung dieser Unterrichtseinheiten ermöglichte mir ein intensives Auseinandersetzen mit der Thematik. Am Anfang nahm ich beobachtend an dieser präventiven Gruppenarbeit teil und später führte ich diese Kurse selbst durch, zusammen mit noch 2 anderen freiwilligen Mitarbeitern.
Zu folgenden Themen wurde gearbeitet:
- Das Kind und Aids
- Das Kind und Drogen
- Ökologie gegen Umweltschutz
- Rechte der Kinder
- Ängste und Zweifel unter Kindern
- Sinnvoller Umgang mit der Freizeit
Meine Mitarbeit im Therapieprogramm
Ich nahm beobachtend hinter einer Spiegelwand an Gruppen- und Einzeltherapien teil. Danach fand immer ein Gespräch mit der Psychologin statt, in welchem ich meine Eindrücke schildern sollte und Fragen zu mir unklaren Dingen stellen konnte.
Außerdem wurde mir von einer Sozialarbeiterin beigebracht Sozialstudien von Patienten zu erstellen und mit dem DSM- 4 zu arbeiten. Diese Sozialstudien sind ein Teil der Diagnostik bei der Therapie des Patienten. Es geht darum sein familiäres und persönliches Umfeld zu erforschen, um so nach Gründen für die Drogenabhängigkeit zu suchen. Am Anfang nahm ich nur beobachtend bei der Erstellung einer solchen Studie teil und führte sie schließlich später selbst durch. Dazu führte ich die dazu notwendigen Gespräche mit den Patienten durch. Eine Psychologin stand mir zur Seite und beriet mich bei Problemfällen. Für mich stellte dies eine große Herausforderung dar, weil oftmals der Patient starke Gefühlsausbrüche hatte, wenn er von seiner Lebenssituation berichtete.
Theaterprojekt und Präventionsarbeit in einem Haus mit 60 Kindern aus sehr armen Familien
Im Rahmen des Zentrums arbeitete ich mit einer Sozialarbeiterin zusammen in einem Haus, wo 60 Kinder aus sehr armen Familien in der Woche untergebracht sind und eine Schulausbildung ermöglicht bekommen, welche sich sonst die Familien nicht leisten könnten. Ich führte mit diesen Kindern die gleichen Kurse durch, wie ich sie oben beschrieben habe.
6 Wochen lang machte ich mit 14 von diesen Kinder ein Theaterprojekt, was am 16. Dezember aufgeführt wurde. Wir studierten 3 kleine Stücke ein und entwarfen das Bühnenbild dazu.
1."Das Streichholzmädchen" von Christian Anderson
2."Der Papierdrachen der guten Wünsche" von Silvia Dubuvoy
3."Das beste Geschenk" von Silvia Dubuvoy
Dieses Projekt machte den Kindern sehr viel Freude und sie beteiligten sich mit viel Elan bei der Einstudierung der Stücke und waren sehr kreativ bei der Ausgestaltung des Bühnenbildes."
Zurueck zu den Praktikantenberichten
|